Das schweizerische Zweistufen-System der höheren Fachbildung in der Floristenbranche

Nur das eidgenössische Bildungssystem unterteilt die höheren Fachprüfungen in zwei Stufen, in die sogenannte Berufsprüfung BP und die Höhere Fachprüfung HFP (Meisterprüfung). Ein erfolgreicher Abschluss der Berufsprüfung ist Voraussetzung für die Zulassung zur Meisterausbildung und -prüfung.

 

Berufsprüfung BP

Die erste Stufe der höheren Fachbildung in der Floristenbranche umfasst einen mündlichen, schriftlichen und fachpraktischen Prüfungsteil. Letzterer ist weltweit einzigartig, denn die ganzen Praxisteile bestehen ausschliesslich aus gestellten Überraschungsarbeiten. Der Kandidat hat acht bis neun Aufgaben zu lösen, für welche weder die genaue Aufgabenstellung noch Werkstoff oder Zeitrahmen vorgängig bekannt sind. Wer die schweizerische Berufsprüfung bestehen will, muss also über ein sehr breit gefächertes Wissen und eine enorme Flexibilität verfügen.

 

Höhere Fachprüfung HFP (Meisterprüfung)

Da auf der Stufe der Berufsprüfung die ‚Pflicht‘ unter Beweis gestellt wurde, kommt bei der Höheren Fachprüfung die ‚Kür‘ zum Zuge. Hier soll im fachpraktischen Bereich eine persönlich geprägte Formensprache, Ideenreichtum und Innovation im Vordergrund stehen. Wer auf diesem Bildungsniveau angelangt ist, ist befähigt, über seinen persönlichen Ausdruck zu verfügen und soll dies mit individuell geprägten Arbeiten zeigen können. Auf der Stufe der Höheren Fachprüfung sind meisterhafte Kreativität und Ideenreichtum gefragt; der verkäuflichen Alltagsfloristik wurde auf der Stufe der Grundausbildung und Berufsprüfung Rechnung getragen. Die mündlichen und schriftlichen Prüfungsteile sind, im Unterschied zur Berufsprüfung, noch ausgeprägter miteinander vernetzt und verstärkt betriebswirtschaftlich ausgerichtet.

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